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Bayerischer Groß- und Außenhandel fordert ordnungspolitische Klarheit: „Leistung muss möglich sein“


02.07.2009
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(München, 2. 7.2009) Trotz drastischer Umsatzeinbußen in allen Bereichen fordert der Landesverband Groß- und Außenhandel, Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V. (LGAD) Zurückhaltung bei staatlichen Eingriffen in den Markt. Anlässlich des Verbandstages der Organisation, der unter dem Leitthema Leistungsorientierung und Nachhaltigkeit – Zukunft für den Mittelstand stand, sagte der Präsident des LGAD, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Erich Greipl: „Der Groß- und Außenhandel in Bayern ist als Drehscheibe der Wirtschaft von den weltwirtschaftlichen Verwerfungen in besonderem Maße in Mitleidenschaft gezogen. Wir stimmen allerdings nicht in den Kanon derjenigen ein, die überall nach dem heilbringenden Staat rufen. Wir sind uns unserer eigenen Leistungsverantwortung bewusst! In unserer ordnungspolitischen Ausrichtung sind wir glasklar positioniert für Wettbewerb, freie Märkte und einen auf das Not-wendige reduzierten Eingriff des Staates.“
 

Als „völlig unsinnig“ bezeichnete LGAD-Präsident Greipl die Abwrackprämie. Sie führe zwar zu einer Sonderkonjunktur für den Kfz-Bereich, erreiche aber wesentliche Teile der deutschen Hersteller nicht und schade der Branche selbst, weil die Ersatzbeschaffungen in den Folgejahren fehlten.

Deutliche Kritik übte er auch an einer Reihe von steuerlichen Belastungen: „Die Haltevorschriften bei der Erbschaftssteuer haben sich bereits wenige Monate nach Inkrafttreten als betriebswirtschaftlich verhängnisvoll erweisen. Sie sind in Krisenzeiten echte Brandbeschleuniger!“ Im Zusammenhang mit der Unternehmenssteuerreform forderte er, dass im Sinne von Nachhaltigkeit die Substanz zu sichern sei und nicht kurzfristig motivierten fiskalischen Erwägungen geopfert werden dürfe. Die Hinzurechnungsvorschriften bei der Gewerbesteuer, die Zinsschranke und Einschränkungen bei der Berücksichtigung von Verlusten verschärften die Lage für die Unternehmen.

Deutlichen Handlungsbedarf sieht der LGAD-Präsident bei den Kredit- und Bürgschaftsprogrammen: „Wir müssen die Stellschrauben nachjustieren, damit Mittel auch tatsächlich ankommen. Und das muss schnell gehen, denn sonst gehen vor allem im Mittelstand die Lichter aus, weil die Liquidität zur Neige geht.“

Zeil unterstrich die Bedeutung des Groß- und Außenhandels für den Freistaat: „Ein gut funktionierender Groß- und Außenhandel ist entscheidend für die Effizienz einer Volkswirtschaft. Er ist Innovationstreiber für die Konsumgüterindustrie und gerade in Bayern ein wichtiger und verlässlicher Partner für unsere zahlreichen exportorientierten Mittelständler.“

Zum Groß- und Außenhandel gehören bayernweit insgesamt rund 22.000 Unternehmen mit rund 240.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 130 Milliarden Euro. Der Großhandelsumsatz ist im laufenden Jahr um 18,3 Prozent gesunken, die Zahl der Beschäftigten ist mit einem Rückgang im Vorjahresvergleich um 2,2 Prozent stabil geblieben.