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Europäische Nachbarn profitieren von Bayerns Außenwirtschaftsleistung: Außenhandel keine Einbahnstraße


12.04.2010
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(München, 12.04.2010) Ein starker Außenhandel ist für die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns von entscheidender Bedeutung. Darauf wies der Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Groß- und Außenhandel, Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V., Dr. Markus Wittmann hin.

So trage nicht nur der Export, sondern auch der Import als wichtiges Element der Wertschöpfungskette wesentlich zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Bayern bei. Gerade der überwiegend mittelständisch geprägte Groß- und Außenhandel habe bewiesen, dass er sich in der Krise seinen Mitarbeitern gegenüber loyal verhalten habe. Während der bayerische Export 2009 um 20,4 Prozent eingebrochen ist, betrug der Rückgang bei den Importen des Freistaats nur 15,4 Prozent.

Mit Blick auf Stimmen aus Kreisen der französischen Regierung sowie aus Reihen des IWF und der OECD , die Ungleichgewichte in den internationalen Handelsbeziehungen sehen und die Exportüberschüsse Deutschlands beklagen, sagte Wittmann: „Das ist eine sehr einseitige Sicht der Dinge. Da ein Großteil der Exportleistung Deutschlands auch in Staaten außerhalb des Euro-Raums geht, trägt die relative Stärke Deutschlands sogar wesentlich zur Stabilisierung des Euros bei, der ansonsten durch die Krise in Griechenland noch mehr unter Druck geraten würde.“

Auch in der Krise der Weltwirtschaft sei der Anteil der deutschen Exporte in Länder mit defizitärer Handelsbilanz meist stabil geblieben, so Wittmann: „Es lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen, dass Deutschland in besonderer Weise als Krisengewinnler zu Lasten anderer europäischer Staaten profiliert hätte. Aus bayerischer Sicht gibt es keine Alternative zur Orientierung auf die Weltmärkte. Wir leiden hierzulande schon jahrelang in der Tendenz an einer Konsumzurückhaltung. Wenn die französische Wirtschaftsministerin Frau Lagarde sagt, Deutschland solle mehr für den Konsum tun, können wir nur sagen: So schön es wäre, so unwahrscheinlich ist es, dass die Binnennachfrage die Wachstumsimpulse der kommenden Jahre setzt. Die Außenwirtschaft ist keine Einbahnstraße. Export und Import stehen in einer lebendigen Wechselbeziehung. Bayern verfügt über eine überdurchschnittlich starke Distributionsinfrastruktur, unsere Unternehmen mit ihrem Know-How wissen, diese Drehscheibenfunktion des Freistaats mit Leben zu füllen und die Bedürfnisse ihrer internationalen Kundschaft zu befriedigen. Potentiale gibt es vor der eigenen Haustür, etwa im Handel mit Österreich oder den Staaten Mittel- und Osteuropas, aber auch im Handel mit anderen EU-Staaten und in weiter entferntere Wirtschaftsregionen wie Asien oder Nordamerika. Diese Diversifizierung ist ein Stück weit die Basis für eine positive wirtschaftliche Entwicklung Bayerns.“

Ansprechpartner:
Joachim Schiwchtenberg, LGAD-Pressesprecher, Tel. 089/55178-387,
E-Mail: joachim.schwichtenberg@mbw-team.de, http://www.mbw-team.de