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Großhandel: Preise ziehen weiter an


09.08.2010
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Die Großhandelsverkaufspreise sind nach dem Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2010 um 5,3 Prozent im Vorjahresvergleich angestiegen. Im Juni 2010 hatte die Jahresveränderungsrate plus 5,1 Prozent und im Mai 2010 sogar plus 6,2 Prozent betragen.

Im Vergleich zum Vormonat Juni gingen die Großhandelspreise im Juli 2010 um 0,3 Prozent zurück. Insbesondere im Großhandel mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug erhöhten sich die Preise im Juli 2010 gegenüber dem Vorjahr mit plus 23,3 Prozent deutlich. Im Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen verteuerten sich im Juli 2010 die Güter gegenüber Juli 2009 um 10,3 Prozent.

In der Landwirtschaft und im Nahrungsmittelsektor waren im Juli 2010 Obst, Gemüse und Kartoffeln im Vergleich zum Juli 2009 um 11,5 Prozent teurer. Milch und Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette verteuerten sich um neun Prozent. Auch Getreide, Saatgut und Futtermittel waren teurer (plus 5,6 Prozent).

Die Verbraucherpreise zogen im Juli dagegen nur um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat an, so das Statistische Bundesamt in einer weiteren Mitteilung. Der Preisauftrieb hat sich damit im Juli 2010 wieder etwas verstärkt und erreichte den derzeitigen Höchststand im Jahr 2010 (Mai 2010: ebenfalls plus 1,2 Prozent). Im Juni 2010 hatte die Inflation gemessen am Verbraucherpreisindex noch bei plus 0,9 Prozent gelegen. Der für die Geldpolitik wichtige Schwellenwert von zwei Prozent wird im Juli 2010 weiterhin unterschritten. Die Inflationsrate wird nach Ausführungen des Statistischen Bundesamtes nach wie vor von den Preisentwicklungen der Energieprodukte geprägt, so lägen insbesondere die Preise für Mineralölprodukte deutlich über dem Vorjahresniveau.

Der BGA sieht keine Entwarnung für die aktuelle Preisentwicklung. Die Erholung kommt schneller und kräftiger voran, wie viele Wirtschaftsinstitute und –weise aktuell einräumen müssen. Der BGA sieht sich in seiner Prognose zum Jahreswechsel 2009/10 bestätigt, in der BGA-Präsident Anton F. Börner ein kräftiges Wachstum von bis zu drei Prozent für dieses Jahr bereits begründete. Die Kehrseite sind damit einhergehende Signale von Knappheiten, die sich in den Preisen niederschlagen. Erneut erweist sich dabei der Großhandel als Puffer zwischen Erzeugern und Importeuren sowie Verbrauchern. Allerdings wird zugleich die Notwendigkeit zur Entwicklung einer langfristigen Strategie zur Sicherung der Versorgung mit knappen Gütern, insbesondere Rohstoffen, deutlich.