Preisdruck belastet den Bayerischen Groß- und Außenhandel: Betriebe sehen 2010 kaum Anzeichen der Besserung22.01.2010 |
(München) Die Unternehmen des bayerischen Groß- und Außenhandels gehen mit gedämpften Erwartungen in das neue Jahr: Einer aktuellen Mitgliederumfrage des Landesverbandes Groß- und Außenhandel, Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V. (LGAD) zufolge rechnen nur rund 9% der befragten Unternehmen mit steigenden Gewinnen, 11% dagegen sogar mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftsergebnisse. Im Rückblick auf 2009 beurteilten 23,4% der Unternehmen ihre Gewinnsituation als mangelhaft oder ungenügend. Bei den schwerpunktmäßig im Vertrieb tätigen Dienstleistern sind es sogar 30%, die sich im unteren Ende der Notenskala einordnen.
Aus Sicht von LGAD-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Erich Greipl ist von der erhofften konjunkturellen Erholung wenig zu sehen: "Die Umfragezahlen sind ausgesprochen ernüchternd. Ein zartes Pflänzchen der Hoffnung zeigt sich allenfalls bei den stark im Außenhandel aktiven Unternehmen. Für die Mehrzahl der Betriebe zeichnet sich aber ab, dass das Jahr 2010 ähnlich schwierig wird wie 2009.“
Sorge bereitet dem LGAD-Präsident vor allem der wachsende Preisdruck: „Die Gewinnmargen unserer Mitgliedsunternehmen schrumpfen. Die hohe steuerliche Belastung und weitere Nebenkosten drücken die Ergebnisse. Daneben wurden die schlechte Zahlungsmoral vieler Kunden und die überbordende Bürokratie von den befragten Unternehmen als größte Schwierigkeiten identifiziert. Ein echter Problemcocktail also, der an die Substanz geht."
Die angespannte wirtschaftliche Situation wirkt sich auch auf die Beschäftigungssituation aus: So gehen 19% der Groß- und Außenhandelsbetriebe davon aus, dass sie im laufenden Jahr Personal abbauen müssen, nur 6% rechnen dagegen damit, dass sie ihren Beschäftigtenstand erhöhen können. LGAD-Präsident Greipl rechnet aber nicht mit Entlassungen im großen Stil: „Die Betriebe des Groß- und Außenhandels haben sich auch in schweren Zeiten immer als zuverlässige Arbeitgeber gezeigt. Daran wird sich nichts ändern. Aber die Neubesetzung vakanter Stellen wird sicher für viele Unternehmen schwieriger.“ In fast jedem vierten Betrieb herrschte in den vergangenen sechs Monaten Kurzarbeit und auch für das nächste halbe Jahr rechnen 22,4% der befragten Unternehmen damit, dieses Instrument zur Beschäftigungssicherung anzuwenden.
Mit rund 240.000 Beschäftigten bayernweit gehören die überwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen des Groß- und Außenhandels zu den bedeutendsten Arbeitgebern im Freistaat.
Weitere Informationen zur aktuellen Umfrage sowie Medien-Mitschnitte finden SIe unter der Rubrik Presse.
Ansprechpartner:
Joachim Schwichtenberg, LGAD-Pressesprecher, Tel. 089/55178-387,
E-Mail: joachim.schwichtenberg@mbw-team.de, http://www.mbw-team.de


