Wirtschaftliche Lage in Deutschland01.03.2010 |
Die Erholung der deutschen Volkswirtschaft vom Wirtschaftseinbruch im Winterhalbjahr 2008/2009 hat im Jahresschlussquartal 2009 eine Pause eingelegt. Die Wirtschaft bleibt in ihrer Grundtendenz aber auf Erholungskurs. Diese ist die aktuellen Bewertung des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zur wirtschaftlichen Lage im Februar in Deutschland.
Positive Impulse kamen im 4. Quartal 2009 lediglich vom Außenhandel. Die Konsumausgaben und Investitionen gingen dagegen zurück. Die deutsche Wirtschaft dürfte im weiteren Jahresverlauf wieder Fahrt aufnehmen.
Der Aufholprozess im Produzierenden Gewerbe schwächte sich im Jahresschlussquartal 2009 merklich ab. Unter anderem dürfte hierzu der strengere Winterbeginn beigetragen haben. Gleichwohl erhöhte sich die Industrieproduktion im 4. Quartal insgesamt noch um 1,0 %. Die Erholung der Auftragseingänge in der Industrie schlug ebenfalls eine merklich langsamere Gangart ein. In der Grundtendenz dürfte die Nachfrage weiter aufwärts gerichtet bleiben. Vor allem die moderatere Entwicklung in der Fahrzeugbranche und in deren vorgelagerten Industriezweigen bremste die Auftragseingänge. Die Auftriebskräfte dürften in der Industrie insgesamt aber weiterhin die Oberhand behalten.
Die privaten Konsumausgaben haben die konjunkturelle Entwicklung gedämpft. Zwar nahmen die Einzelhandelsumsätze im Dezember zu und lagen auch im gesamten 4. Quartal 0,4 % über dem Niveau des Vorquartals. Die weiteren Aussichten bleiben zunächst gedämpft. Dabei stehen Risiken auf dem Arbeitsmarkt steuerlichen Entlastungen sowie weiteren Entlastungen für Familien gegenüber.
Der Außenhandel liefert konjunkturelle Impulse. Die deutschen Ausfuhren an Waren nahmen im Dezember weiter kräftig um saisonbereinigt 3,0 % zu. Insgesamt ergab sich im 4. Quartal bei schwacher Binnennachfrage ein Rückgang der Einfuhren um 1,8 % und damit im Jahresschlussquartal im Ergebnis ein kräftiger Wachstumsbeitrag des Außenhandels. Das weltwirtschaftliche Umfeld sowie die einschlägigen Indikatoren sprechen insgesamt für die Fortsetzung der Erholung des Außenhandels.
Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin widerstandsfähig. Das Halten von Beschäftigung dämpft aber auch die Produktivität. Angesichts der stark unterausgelasteten Kapazitäten bleibt der Druck auf dem Arbeitsmarkt hoch. Gleichwohl deuten die Frühindikatoren trotz abnehmender Entlastung durch Kurzarbeit keinen deutlich beschleunigten Kräfteabbau an.
Der Deutsche Groß- und Außenhandel geht davon aus, dass sich die konjunkturelle Erholung in den nächsten Monaten festigen wird. Die Wirtschaft hat national als auch international Zuversicht zurück gewonnen. Allerdings bestehen finanzielle Risiken an den Finanzmärkten fort, die auch die Realwirtschaft wieder erfassen können. Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist noch nicht überwunden.


