Landesverband Groß-­ und Außenhandel,
Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

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15 Jahre EU-Osterweiterung: vbw zieht positive Bilanz

25.04.2019

Am 01. Mai 2004 wurden zehn Länder neu in die Gemeinschaft aufgenommen. Die EU-Osterweiterung ist nach Einschätzung der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ein großer Erfolg.

Die Erweiterung der EU um Ungarn, Tschechien, Polen, Slowenien, die Slowakei, Lettland, Litauen, Estland, Zypern und Malta hat neue Märkte für die bayerischen Unternehmen erschlossen. Die Beitrittsstaaten aus Mittel- und Osteuropa sind heute unersetzbarer Teil der Wertschöpfungskette unserer Unternehmen“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Von den gesamten bayerischen Exporten in Höhe von 190,6 Milliarden Euro gingen im letzten Jahr 22,6 Milliarden Euro (11,9 Prozent) in die zehn Beitrittsstaaten. 2004 lag der Wert noch um die Hälfte niedriger, bei gut 11 Milliarden Euro. Hauptabnehmer 2018 waren Tschechien mit 6,7 Milliarden Euro und Polen mit 7,7 Milliarden Euro. Umgekehrt profitieren auch die Staaten Mittel- und Osteuropas von der Wirtschaftskraft Bayerns. So sind die Importe Bayerns aus den Beitrittsstaaten von 2004 bis 2018 exorbitant um 283 Prozent von 11,2 Milliarden auf 43,0 Milliarden Euro gewachsen.

Bayerische Unternehmen haben auch kräftig in den neuen Mitgliedsländern investiert: Allein in den vier großen Ländern Polen, Tschechien, Ungarn und Slowakei summiert sich der Bestand an bayerischen Direktinvestitionen auf 12,3 Milliarden Euro.
vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte, dass die deutsche Exportstärke auch zur Leistungsfähigkeit der Beitrittsstaaten beiträgt: „Die Vorleistungen, die die deutsche Industrie heute aus den damaligen Beitrittsländern bezieht, sorgen allein in Polen für rund 930.000 und in Tschechien für 494.000 Arbeitsplätze. Umgekehrt haben sich die Befürchtungen, die EU-Osterweiterung werde sich negativ auf Bayern und insbesondere Ostbayern auswirken, eindeutig nicht bestätigt.“

Stattdessen ging die Arbeitslosigkeit in den drei ostbayerischen Regierungsbezirken Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern in den letzten 15 Jahren überdurchschnittlich um 63,3 Prozent zurück, im gesamten Freistaat um 57,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag in Ostbayern im Jahr nach der EU-Erweiterung (2005) noch bei durchschnittlich 8,8 Prozent und damit dreimal so hoch wie 2018 (2,9 Prozent). Auch das Bruttoinlandsprodukt ist dort in dieser Zeit stärker gestiegen als im bayernweiten Schnitt.
Laut vbw geht es jetzt darum, die Erfolge der EU-Osterweiterung nachhaltig zu gestalten. „Die EU ist eine Werteunion. Sie hat uns 70 Jahre Frieden gebracht. Nur als EU können wir in der Welt auch unsere wirtschaftlichen und politischen Interessen wahren. Dies ist eine wichtige Erkenntnis mit Blick auf die Europawahl“, so Brossardt.

Quelle: vbw-Pressemitteilung, 24.4.2019