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Zum Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes: Potenzial der Zeitarbeit bleibt weiter ungenutzt

01.03.2020

Aus Sicht des Groß- und Außenhandels ist das Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes ein erster Schritt in die richtige Richtung, um dem bereits heute spürbaren Fachkräfteengpass zukünftig entgegenwirken zu können.

Bundesregierung und Arbeitgeber setzen angesichts vieler offener Stellen bei deutschen Firmen große Hoffnungen in das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am Sonntag in Kraft trat.

Stimmen dazu:

  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)
    hat das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz als "Meilenstein" für den Standort Deutschland bezeichnet. Seit einigen Jahren sei der Mangel an Fachkräften eine der größten Wachstumsbremsen für die deutsche Wirtschaft. Dies solle nun auch mit dem Gesetz verbessert werden.

  • Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte,
    die deutsche Wirtschaft bekomme schon längst zu spüren, dass der Bedarf an Fachkräften allein mit inländischen Fachkräften nicht mehr gedeckt werden könne.
  • Dr. Holger Bingmann, Präsident des BGA:„Wir bedauern jedoch, dass die im Aufenthaltsgesetz verankerte diskriminierende Sonderregelung für die Zeitarbeit nicht abgeschafft wurde. Angesichts 1,5 Millionen offener Stellen ist nicht nachzuvollziehen, dass es der Zeitarbeit als einziger Branche verwehrt wird, Menschen mit einer klassischen Berufsausbildung auch außerhalb der EU anwerben zu können. Die Zeitarbeitsbranche ist ein erfolgreiches Vehikel für die Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt. Sie verschafft den Unternehmen die dringend benötigten Fachkräfte und bietet Menschen eine berufliche Perspektive. Die Handels- und Dienstleistungsunternehmen sind auch in Zeiten des Fachkräftemangels auf das Know-how der Personaldienstleister angewiesen. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen könnte die Zeitarbeitsbranche eine wichtige Rolle dabei spielen, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Dieses Potential verkennt die Regierungskoalition mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Will sie das Problem fehlender Fachkräfte wirklich in den Griff bekommen, muss sie auch die Zeitarbeit für Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern öffnen“, so Bingmann abschließend.
  • Christoph Leicher, Präsident des LGAD Bayern sagt:
    "Letztlich werden die Arbeitgeber und nicht die Politik entscheiden, welche Personen zuwandern bzw. welche Fachkräfte tatsächlich auf dem Arbeitsmarkt benötigt werden. Das reicht derzeit von Branchen mit Kurzarbeit bis hin zu Bereichen mit notorischer Unterbesetzung, wie im Pflegebereich. Im bayerischen Groß- und Außenhandel fehlen insbesondere Fachkräfte mit höheren Qualifikationen, aber auch im Transport- und Logistik.Bereich. Letztlich kommt es auf die Qualifikationen an, die benötigt werden und von Zuwanderern eingebracht werden."

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