Landesverband Groß-­ und Außenhandel,
Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

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Ausbildungsbilanz 30.09.2015: stabile Ausbildungsplatznachfrage, mehr Ausbildungsplatzangebote, wachsende Passungsprobleme

18.12.2015

Das BIBB hat die Ergebnisse der Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September 2015 vorgelegt. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist in diesem Jahr mit 522.200 gegenüber dem Vorjahr stabil. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge stieg gegenüber dem Vorjahr um 1.100 auf 503.200, hingegen ging die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge um 1.200 auf 19.000 zurück.

Rechnerisch standen 100 ausbildungsplatzsuchenden Jugendlichen 103,7 Ausbildungsangebote und damit mehr als in den Vorjahren gegenüber. Auf der anderen Seite waren bei der Bundesagentur für Arbeit im September 2015 noch 41.000 Ausbildungsstellen als unbesetzt gemeldet. Dies waren 3.900 mehr (+10,4 Prozent) als im Vorjahr. Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber ist mit 20.700 gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig (-0,8 Prozent). Auch die Zahl der Bewerber, die eine Alternative zu einer Ausbildung begonnen haben, aber unabhängig davon weiterhin nach einer Ausbildungsstelle suchen, liegt mit 60.100 unter dem Vorjahresniveau (-0,4 Prozent). Zudem ging die Zahl der Altbewerber, die sich bereits in einem der letzten fünf Jahre um eine Ausbildung bemüht hatten, auf 201.500 (-2,7 Prozent) zurück.

Das BIBB hat unter https://www.bibb.de/ausbildungsmarkt2015 erste Ergebnisse und Analysen zur Entwicklung in 2015 vorgelegt, die sukzessive um weitere Daten ergänzt werden. Besonders wichtig sind dabei aus unserer Sicht die Zahlen über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in den Ausbildungsberufen, die vermutlich erst in den frühen Januartagen 2016 veröffentlicht werden. Erst dann ist es möglich, auch näher auf die Ausbildungsleistungen des Handels einzugehen. Das BIBB hält vorerst als Fazit fest:

  • stabile Ausbildungsplatznachfrage,
  • mehr Ausbildungsplatzangebote,
  • wachsende Passungsprobleme.


Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt bleiben eine große Herausforderung. Regionen und Berufe mit vielen unbesetzten Ausbildungsstellen stehen Regionen und Berufe gegenüber, in denen es Jugendliche besonders schwer haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. Betriebe und Auszubildende besser zusammenzubringen, soll ein Schwerpunkt der Arbeit in der Allianz für Aus- und Weiterbildung werden. Dies ist nicht nur wegen der aktuell bereits wachsenden Probleme erforderlich. Vermutlich ab 2017 wird ein Großteil der in 2015 zugewanderten und bleibeberechtigten jüngeren Flüchtlinge auch als Nachfrager nach Ausbildung auf den Markt treten. Hierfür gilt es, rechtzeitig die Förderinstrumente (z. B. berufsbegleitende Sprachförderung, Qualifizierung des Bildungspersonals, assistierte Ausbildung und weitere Unterstützungsaktivitäten für Betriebe, Kooperation in den Regionen) zu schärfen, wobei die inländischen Problemgruppen nicht aus dem Blick geraten dürfen.

Das BMBF weist besonders auch auf folgenden Aspekt hin: Die Ausbildungsbetriebsquote ist 2014 nach Berechnungen des BIBB auf Grundlage der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2013 gesunken und erreichte einen Wert von 20,3 Prozent. Wie schon im Vorjahr ist dieser Rückgang fast ausschließlich auf den rückläufigen Bestand an Ausbildungsbetrieben im kleinstbetrieblichen Bereich zurückzuführen. BMBF und BIBB wollen mit dem Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER plus regionale Projekte fördern, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der betrieblichen Ausbildung unterstützen (www.jobstarter.de).

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