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Außenhandel nach 1. Halbjahr wieder auf Vorkrisenniveau

11.08.2021

Das Statistische Bundesamt hat die Außenhandelszahlen für Juni 2021 bekannt gegeben. Die Exporte stiegen im Vorjahresvergleich um 23,6 Prozent auf 118,7 Milliarden Euro. Die Importe beliefen sich auf 102,4 Milliarden Euro, ein Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zu Juni 2020.

Im ersten Halbjahr 2021 wurden damit Waren im Wert von 673,1 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 16,7 Prozent gestiegen. Mit einem Warenwert von 576,4 Milliarden Euro sind auch die deutschen Importe gestiegen, im Vorjahresvergleich um 15,4 Prozent.

Die Ausfuhren im Juni haben erstmals seit Ausbruch der Pandemie das Vorkrisenniveau vom Februar 2020 (plus 1,1 Prozent) überschritten. Den Weg aus dem Corona-Tal haben die deutschen Exporteure dennoch nicht geschafft. Denn die Statistiker veröffentlichen die Daten zwar saison- und kalenderbereinigt, nicht aber preisbereinigt. Berücksichtigt man die Inflationsrate, bleibt noch immer ein Abstand von rund zwei Prozent, wie Stefan Kooths, Konjunkturchef am Institut für Weltwirtschaft, vorrechnet. Die anhaltenden Probleme in den Lieferketten könnten sich in den kommenden Monaten deutlicher in den Exportdaten niederschlagen, warnen Ökonomen.

Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner kommentierte die Entwicklung des deutschen Außenhandels wie folgt:

„Das erste Halbjahr hat Exporteuren wie Importeuren viel abverlangt. Dennoch hat der Außenhandel sich im ersten Halbjahr aus dem Coronatal herausgearbeitet und beschließt es auf Vorkrisenniveau. Die Reihe der Widrigkeiten im Außenhandel konnte dabei kaum größer sein: Nachdem die internationalen Lieferketten im letzten Jahr durch den Shutdown ganzer Länder unterbrochen wurden, nahmen die Probleme ihren Lauf. Sie reichen auch weiterhin von Logistikproblemen mit steigenden Frachtkosten und fehlender Planbarkeit bei der Versendung bis hin zu anhaltenden Einreiseverbote und immer neuen bürokratischen Hürden für den Außenhandel. Das Wachstum im Außenhandel wird in erster Linie durch die Nachfrage in den USA, China und nicht zuletzt der EU erzeugt. In vielen Ländern hat die wirtschaftliche Erholung aber noch nicht eingesetzt und die Situation sich noch nicht stabilisiert. Auch der Handel mit Großbritannien hat sich unterdurchschnittlich entwickelt. Während die britische Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt, stiegen unsere Exporte im ersten Halbjahr um lediglich 2,6 Prozent und unsere Importe sanken sogar um 10,9 Prozent. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr Deutschland auf eine regelgebundene, aber offene Volkswirtschaft angewiesen ist. Sobald die Einbindung im europäischen Binnenmarkt oder über ein Handelsabkommen wegfällt, leidet der internationale Handel. Enttäuschend ist, dass sich der aktuelle Bundestagswahlkampf lieber mit Nebensächlichkeiten beschäftigt als mit der Lösung unserer großen Probleme“.

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