Landesverband Groß-­ und Außenhandel,
Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

Landesverband Groß-­ und Außenhandel, Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

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Stimmung im bayerischen Groß- und Außenhandel leicht eingetrübt, aber immer noch auf einem hohen Niveau

22.08.2017

Bayerns Unternehmen im Groß- und Außenhandel stellen der Konjunktur ein befriedigendes Zeugnis aus. Sie geben in der aktuellen Sommerumfrage des Landesverbands Groß- und Außenhandel, Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e. V. (LGAD) dem Geschäftsklima die Note drei plus (2,82) auf der Schulnotenskala. Vor einem halben Jahr war es noch die Note 2,72.

Bei den Erwartungen bezüglich Umsatz, Gewinn, Preisentwicklung und Auftragslage für die nächsten sechs Monate sind die Unternehmen etwas weniger optimistisch (2,83). Die leicht verhaltene Stimmung zeigt sich auch im LGAD-Geschäftsklimaindex: Dieser sank auf 103,5 Punkte (Winter 2017: 108,9 Punkte; Sommer 2016: 101,2 Punkte), bewegt sich aber immer noch auf einem hohen Niveau.

Trotz des leichten Rückgangs wollen die Arbeitgeber vermehrt Personal einstellen. Mehr als ein Viertel der Unternehmen plant, die Anzahl ihrer Beschäftigten zu erhöhen. Immer mehr Firmen wollen wieder selbst ausbilden. Die Nachfrage nach Auszubildenden ist erneut um 5,6 Prozent gestiegen.

Worunter die Unternehmen besonders leiden, weiß Christoph Leicher, Präsident des LGAD: „Steigende Kosten und sinkende Preise am Markt. 70 Prozent unserer Unternehmen sehen im Margendruck eines ihrer Hauptprobleme, neben der Bürokratie (51 Prozent), den Lohnnebenkosten (37 Prozent) sowie der Personalrekrutierung (29 Prozent)“.
Auch die Lage in der Türkei bereite den Unternehmern Sorge, viele rechnen mit Einbrüchen bei den Exporten. Zusammen mit der nicht vorhersehbaren Wirtschaftspolitik der USA und dem anstehenden Brexit „schafft dies Unsicherheit", so Christoph Leicher, "auch wenn uns Mitglieder berichten, dass sie einfach weitermachen wie bisher, solange keine neuen politischen Entscheidungen fallen. Es gibt nur ein Gegenmittel: Wir brauchen einen offenen, regelbasierten Welthandel, wir müssen einfach wegkommen von dem weltweiten Protektionismus und Isolationismus.“

Zweimal im Jahr (Sommer und Winter) führt der LGAD eine Umfrage unter den Unternehmen des bayerischen Groß- und Außenhandels zum aktuellen Geschäftsklima durch und liefert damit einen wichtigen Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Bayern. Gemessen am jährlichen Umsatz von 135 Mrd. Euro ist die Wirtschaftsstufe Groß- und Außenhandel in Bayern ein bedeutender Faktor der bayerischen Wirtschaft. Insgesamt sind 267.000 Mitarbeiter in den bayerischen Großhandelsunternehmen beschäftigt. Sie versorgen Industrie, Handwerk und Einzelhandel mit Waren und Dienstleistungen. Gut gefüllte und sortierte Regale sind somit auch ein Verdienst des Großhandels.

Weitere Zahlen und Informationen über diese Umfrage finden Sie im Anhang und auf www.lgad.de im Themenfeld Konjunktur: https://www.lgad.de/web/themenfelder/konjunktur-zahlen-analyse.php