Landesverband Groß-­ und Außenhandel,
Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

Landesverband Groß-­ und Außenhandel, Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

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Erstmals verzeichnet Bayern ein Außenhandelsdefizit – Exporte im Minus, Importe im Plus

18.02.2020

Nach vorläufigem Ergebnis gingen die bayerischen Ausfuhren in 2019 um 0,3 Prozent zurück. Dagegen verzeichneten die Einfuhren in 2019 einen Zuwachs von 0,6 Prozent. Das ergeben die heute veröffentlichten Export- und Importzahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik.

In Summe hat die bayerische Wirtschaft Waren im Wert von 189,9 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 190 Milliarden Euro eingeführt. Der Freistaat verzeichnet erstmalig ein Außenhandelsdefizit in Höhe von 49 Millionen Euro. Der Schwerpunkt des Außenhandels liegt dabei vor unserer Haustür: 57,1 Prozent der Exporte gingen in die EU-Mitgliedstaaten (EU-28) und 35,7 Prozent in die Euro-Länder. 61,2 Prozent der Importe bezog Bayerns Wirtschaft aus den EU-28 und 34,5 Prozent aus den Ländern der Euro-Zone.

Die Tatsache, dass die gewohnten, jährlichen Zuwachsraten im Export zum Stillstand gekommen sind, ist aus Sicht des LGAD-Präsidenten, Christoph Leicher, nicht erfreulich, aber nachvollziehbar. Dies ergab auch die letzte Befragung der bayerischen Groß- und Außenhändler: „Offenbar haben Protektionismus und Handelsstreitigkeiten nachhaltig das Klima zwischen traditionell engen Handelspartnern wie den USA, Großbritannien und China beeinträchtigt. Auch die Wachstumschancen für den Außenhandel mit Afrika, Asien sowie mit Russland und seinen Nachbarstaaten stufen unsere Mitgliedsunternehmen für 2020 nicht sehr erfolgversprechend ein“, so Christoph Leicher.

Auch die Aussichten im Außenhandel für die bayerische Wirtschaft, die über 50 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaftet, sind laut LGAD verhalten. Die Perspektiven für 2020 trüben sich ein. 48 Prozent der bayerischen Groß- und Außenhändler erwarten eine insgesamt rückläufige, 7 Prozent eine stark rückläufige Entwicklung und 39 Prozent rechnen mit keiner bedeutenden Veränderung. Auffallend ist die unterschiedliche Beurteilung der Wachstumschancen in den globalen Wirtschaftsregionen. Besonders stark gesunken sind die Aussichten für die Geschäfte mit Nordamerika, einer der wichtigsten Märkte für die bayerischen Außenhändler: Knapp ein Drittel der Befragten erwartet eine „sehr schlechte“ Entwicklung – doppelt so viele wie noch im Sommer.

Die besten Wachstumschancen räumen die bayerischen Groß- und Außenhändler dem europäischen Handel ein. Das bestätigen auch die Ergebnisse des Landesamtes. So kamen positive Impulse aus den mittel- und osteuropäischen Staaten. Dorthin konnten die Exporte deutlich gesteigert werden. So wuchsen die Ausfuhren in die Tschechische Republik um 6,0 Prozent, nach Ungarn um 5,9 Prozent und in die Republik Polen um 5,0 Prozent.

Zu diesen Erwartungen äußert Christoph Leicher: „Angesichts der weltweiten konjunkturellen Unsicherheiten deutet momentan nichts auf eine Trendwende hin, zugleich stehen im laufenden Jahr noch viele Unwägbarkeiten bevor. Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Daher sind gerade in unsicheren Zeiten eine zuverlässige Wirtschaftspolitik und solide Rahmenbedingungen gefordert.“

Hintergrund:
Der Groß- und Außenhandel ist ein bedeutender Faktor für die bayerische Wirtschaft. Die Wirtschaftsstufe liegt gemessen am Umsatz auf Platz eins, gemessen an der Beschäftigung auf Platz fünf unter allen Wirtschaftszweigen Bayerns. Insgesamt sind 267.000 Mitarbeiter in den bayerischen Großhandelsunternehmen beschäftigt. Sie versorgen die Industrie, das Handwerk und den Einzelhandel mit Waren und Dienstleistungen. Es ist letzten Endes somit auch dem Großhandel zu verdanken, dass der Verbraucher gut sortierte und gefüllte Regale vorfindet.


Ansprechpartnerin für weitere Informationen und Anfragen:
Kathrin Bauer, LGAD-Pressesprecherin, mbw | Medienberatung der Wirtschaft GmbH, 089 55178-379,
kathrin.bauer@mbw-team.de, www.mbw-team.de, www.facebook.com/mbw.muenchen

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