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Bayerns Groß- und Außenhändler fordern zügige Wiederaufnahme des Wirtschaftslebens und Überwindung der Lähmung des Gesamtsystems

28.05.2020

(München, 28. Mai 2020) Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, besonders die Maßnahmen zu deren Eindämmung, haben alle Wirtschaftsbeteiligte und damit auch die bayerischen Groß- und Außenhandelsunternehmen schwer getroffen.

Das geht aus einer aktuellen Umfrage zum LGAD-Konjunkturbarometer hervor. Der Stimmungsindikator hat in den letzten Wochen einen Sturzflug erlebt und ist aktuell im Mai 2020 auf 72,3 Punkte abgestürzt, ein Minus von 28,8 Punkten gegenüber der Umfrage vom Winterhalbjahr (101,1 Punkte; Indexwerte unter 100 spiegeln eine negative, über 100 eine positive Gesamteinschätzung wider).

LGAD-Präsident Christoph Leicher sagt dazu: „Die Absatzrückgänge der vergangenen drei Monate stellen viele Unternehmen vor existenzielle Probleme. Die meisten müssen drastische Auftragsrückgänge verkraften. Es geht teilweise ums blanke Überleben.“ Auch wenn der Großhandel von Betriebsschließungen ausgenommen war, ist er in seiner Funktion als Bindeglied zwischen vor- und nachgelagerten Wirtschaftsstufen und Branchen doppelt getroffen. Beispielsweise kann er keine Ware mehr beschaffen, wenn Produktionsbetriebe und internationale Beschaffungswege durch den Lockdown lahm gelegt werden. Somit können in einem arbeitsteiligen System auch Kunden in der Industrie, im Handwerk oder im Einzelhandel nicht beliefert werden.

Sofern überhaupt Ware geordert wurde gab es je nach Branche unterschiedliche Situationen, so Christoph Leicher: „Wo die Großhändler zum Beispiel den Lebensmittel-Einzelhandel versorgen, gibt es kaum Absatzprobleme. Wer jedoch die Gastronomie und Hotellerie beliefert, erlebt massive Einbrüche.“ In ähnlicher Lage befänden sich etwa Groß- und Außenhändler im Kraftfahrzeug-Bereich oder im Maschinenbau, so Leicher weiter: „Diese Krise zeigt auf, wie sehr alle Zahnräder in vielen wechselseitigen Abhängigkeiten unserer Wirtschaft und Gesellschaft ineinandergreifen. Durch Blockade einzelner Teile gefährden wir das Gesamtsystem.

Neubelebung der wirtschaftlichen Aktivitäten kommt zu langsam
Im Rahmen der Konjunkturumfrage äußerten sich die Unternehmensvertreter auch zum Vorgehen der Bundesregierung in der Krise. Während 31 Prozent der Befragten den bisherigen Kurs der Bundesregierung unterstützen, sind 52 Prozent der Ansicht, dass die große Koalition die Neubelebung der wirtschaftlichen Aktivitäten zu langsam angeht. Die große Mehrheit fordert eine Priorisierung der Wirtschaftspolitik: Impulse für Unternehmen und Arbeitnehmer in der ganzen Breite durch Entlastungen bei Steuern und Abgaben, Investitionen in die Infrastruktur, digitalen Wandel und Bildung sowie weniger Bürokratie. Eine klare Absage gibt es dagegen für Branchenspezifische Lösungen, wie z. B. Abwrackprämien. LGAD-Präsident Christoph Leicher formuliert sein klares Petitum: „Zügiges Hochfahren aller Lebensbereiche und ein Ende der Branchenbeschränkungen in der Wirtschaft bei gleichzeitiger Einhaltung aller Gesundheitsschutz- und Hygieneregeln. Das ist die Verantwortung aller und damit auch der Unternehmer.“

Dafür, dass die SPD-Fraktion im Bundestag die vorzeitige Abschaffung des Solidaritätszuschlags abgelehnt hat, um die Kaufkraft der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zu stärken, fehlt Christoph Leicher das Verständnis: „In dieser Zeit bringt uns nur ein starker Zusammenhalt weiter. Wer jetzt kleinliches Parteiengezänk auf dem Rücken der Menschen in Deutschland austrägt, handelt am Ernst der Lage vorbei.“

Rund 267.000 Menschen arbeiten im bayerischen Groß- und Außenhandel. Gemessen an der Beschäftigung liegt die Wirtschaftsstufe damit auf Platz fünf unter den Wirtschaftszweigen Bayerns, gemessen am Umsatz mit 178 Milliarden Euro jährlich sogar auf Platz eins. Die Groß- und Außenhändler versorgen Industrie, Handwerk und Einzelhandel mit Waren und Dienstleistungen.

Weitere Ergebnisse und Grafiken zur Umfrage finden Sie in beiliegendem Bericht.

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