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Ein Jahr Achterbahnfahrt für Bayerns Außenhandel

18.06.2021

Die bayerischen Groß- und Außenhändler haben ein Jahr der Achterbahnfahrt hinter sich. Im April des laufenden Jahres führten die bayerischen Unternehmen Waren im Wert von 16 Milliarden Euro aus. Das ist ein Zuwachs von 66 Prozent zum Vorjahresmonat. Im selben Zeitraum sind die Einfuhren um 56 Prozent angestiegen. Erreichten im vergangenen April den Wert von 17,2 Milliarden Euro.

„Die aktuellen Zuwächse sind vor dem Hintergrund der Coronakrise zu betrachten. April 2020 war der erste Monat, der fast komplett im Lockdown lag. Aus Sicht der bayerischen Außenhändler war es der absolute Tiefpunkt. Insofern wirken die gängigen Vergleiche mit dem Vorjahresmonat dieses Mal verzerrend“, erklärt Christoph Leicher, der Präsident des Landesverbands Bayern Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V., LGAD. „Die Daten machen sichtbar, dass ein Jahr der extremen Berg- und Talfahrt hinter den bayerischen Unternehmen liegt. Der Aufholprozess mit Nachholeffekten ist natürlich erfreulich, er zeigt die grundsolide Substanz der bayerischen Wirtschaft. Doch trotz des Erfolgs ist weiterhin Vorsicht geboten. Noch immer liegt das aktuelle bayerische Exportniveau um 1,5 Prozent unter dem Wert von April 2019. Wir haben also das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht.“

Die Daten bringen auch erhebliche globale Verschiebungen in der Gewichtung der einzelnen Abnehmerländer zutage. So gewinnt Asien für den bayerischen Außenhandel zunehmend an Bedeutung. Noch ist China die Nummer zwei unter den wichtigsten bayerischen Exportpartnern – nach den USA. Doch während die Nachfrage nach bayerischen Produkten aus den Vereinigten Staaten seit April 2019 um 14,7 Prozent gesunken ist, sind die Exporte nach China im selben Zeitraum um 6,8 Prozent gestiegen.

Zudem wird der Erholungsprozess von erheblichen Unabwägbarkeiten überschattet. Große Sorgen bereiten die extrem steigenden Rohstoffpreise sowie die Engpässe in den globalen Lieferketten. „Beides sind unmittelbare Folgen der Krise. Wirtschaft lässt sich nicht ein- und ausschalten wie das Wohnzimmerlicht. Die Corona-Pandemie hat die gesamte hochkomplexe Struktur der Weltwirtschaft durcheinandergebracht. Derzeit bleibt allein die Hoffnung, dass sich die Turbulenzen in den kommenden Wochen wieder legen“, so LGAD-Präsident Leicher. „Ich bin sicher, dass wir auch die heftigen Nachwehen der Krise meistern werden. Überwunden sind sie bislang noch nicht.“

Hintergrundinfo: Zum Groß- und Außenhandel gehören bayernweit insgesamt rund 22.000 Unternehmen mit 272.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 180 Milliarden Euro.

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