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LGAD-Verbandstag – Bayerns Groß- und Außenhändler fordern: Unternehmer wieder Unternehmer sein lassen – mehr Vertrauen in die Wirtschaft

14.07.2021

Angesichts der anhaltenden Corona-Krise fordern die Groß- und Außenhändler in Bayern wieder mehr Vertrauen, Eigenverantwortung und Risikoübernahme für die Wirtschaft ein. Ihr öffentlicher Verbandstag steht unter dem Motto „Unternehmertum wagen, Vertrauen bilden, Soziale Marktwirtschaft wiederentdecken“. Es war der Kern der Diskussion, die zwischen Mitgliedsfirmen, Verbandsvertretern und Politikern geführt wurde.

Die Wirtschaftsstufe spricht sich klar gegen Tendenzen von Staatswirtschaft und für weitere Öffnungsstrategien sowie für eine Rückkehr zum Erfolgsmodell der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland aus. LGAD-Präsident Christoph Leicher sagte in seiner programmatischen Rede: „Statt immer neue Auflagen für Unternehmen zu erlassen, brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen, um damit die Innovation und Produktivität von Unternehmen zu fördern und nicht zu behindern. Das heißt aber auch, dass das unternehmerische Risiko bei den Unternehmen belassen wird und sie sich nicht aus der Haftung nehmen können. Ich wünsche mir mehr Vertrauenskultur anstatt Misstrauenskultur!“

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert (Freie Wähler) äußerte sich in seinem Grußwort zu den wirtschaftspolitischen Herausforderungen in Zeiten der Pandemie: “Den Sommer und die derzeit niedrigen Inzidenzen gilt es zu nutzen, um die Konjunktur mit durchdachten Öffnungsschritten zu unterstützen. Gleichzeitig müssen wir uns durch konsequentes Impfen, Testen und optimierte Hygienekonzepte auf den Herbst vorbereiten. Wichtig ist zudem, dass wir die Wirtschaftshilfen nicht zu früh abbrechen.“ Er spricht sich für eine Verlängerung der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen bis Ende des Jahres aus.

In einer Diskussionsrunde zum Thema „Staatsinterventionen versus Soziale Marktwirtschaft“ forderte der Fraktionsvizechef der CDU/CSU im Deutschen Bundestag und Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der Union, Dr. Carsten Linnemann, Wirtschaftsreformen und eine Mentalität des Machens in Deutschland: “Die Staatsgläubigkeit in Deutschland nimmt zu, obwohl wir viele Beispiele dafür haben, wo der Staat in der Pandemiebekämpfung versagt hat. Überall dort, wo man Schieflagen erlebt, hält man sich nicht mehr an die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Schon Ludwig Erhart hat sich in den 70er Jahren gefragt, wie es denn sein kann, dass der Wohlstand zunimmt und die Eigenverantwortung abnimmt.“

Als Vertreter der Wirtschaft formulierte Prof. Klaus Josef Lutz seinen Standpunkt: „Wir Unternehmer brauchen die vielzitierten richtigen Rahmenbedingungen, und die Basis dafür bildet das Grundgesetz. Die Soziale Marktwirtschaft ist die einzige Möglichkeit für uns, die Zukunft zu gestalten“. Lutz ist Vorstandsvorsitzender der BayWa AG und Ende Juni zum neuen Präsidenten der IHK für München und Oberbayern sowie des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) gewählt worden.

Anton Börner, Präsident des BGA Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, empfahl in der Diskussion einer neuen Regierung ab Herbst: „Um als Unternehmer erfolgreich zu sein, brauchen wir für Deutschland den freien Handel und die Absage an nationale Alleingänge. Wir müssen den unternehmerischen Geist stärken und walten lassen. Das fürsorgliche Denken des Staats führt nicht zu mehr Freiheit und Wohlstand, sondern es führt im Gegenteil zum Stillstand und zum Nichtstun und langfristig zum Verlust von Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit. Der Staat alleine kann es nicht. Wenn man uns als Wirtschaft im letzten Jahr von vornherein eingebunden hätte, in die Gesprächskreise und Verhandlungsrunden, hätten wir heute eine ganz andere Situation. Politik und Verwaltung waren der Meinung, sie könnten es alleine richten. Lasst uns Unternehmer handeln, wir in Summe schaffen es besser als ihr!!“

Der bayerische Groß- und Außenhandel erwirtschaftet jährlich über 180 Mrd. Euro Umsatz, beschäftigt über 270.000 Mitarbeiter in 27.000 Unternehmen und gehört damit zu den umsatzstärksten Branchen und wichtigsten Arbeitgebern, nicht nur in den Städten, sondern insbesondere auch in den ländlichen Regionen Bayerns.

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