Landesverband Groß-­ und Außenhandel,
Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

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Neue Fraunhofer-Studie im Auftrag von Wirtschaftsministerium und LGAD: Großhandel umsatzstärkste Branche in Bayern - Herausforderung Digitalisierung

11.06.2015

(München, 11.06.2015) Die neue Studie ‚Der Großhandel in Bayern‘ zeigt, dass der Großhandel ein Hidden Champion unter den bayerischen Branchen ist. Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer: „Der Großhandel ist ein Zugpferd der bayerischen Wirtschaft. Die Branche liegt gemessen am Umsatz auf Platz eins, gemessen an der Beschäftigung auf Platz fünf unter allen Wirtschaftszweigen Bayerns. Auch beim Großhandel ist die Zukunft digital. Jedes Unternehmen braucht eine digitale Strategie. Hierbei werden wir die bayerische Wirtschaft tatkräftig unterstützen.“

90% der Großhandelsunternehmen in Bayern sehen nach den Ergebnissen der Studie die Digitalisierung als Schlüsselthema für ihren wirtschaftlichen Erfolg an. Die Studie wurde vom Bayerische Wirtschaftsministerium auf Anregung des Landesverbandes Groß- und Außenhandel, Vertrieb und Dienstleistungen Bayern (LGAD) in Auftrag gegeben. Auftragnehmer war die Fraunhofer SCS in Nürnberg. Zentrale Herausforderung für die Großhandelsunternehmen ist der Studie zufolge das Thema IT-Sicherheit. Zudem wird die Notwendigkeit gesehen, Themen wie Kundenmanagement, Web-/Online-Shops, Warenwirtschaft, Lagerverwaltung und Produktinformationen voranzutreiben.

LGAD-Hauptgeschäftsführer Frank Hurtmanns sieht bei den Mitgliedsunternehmen seines Verbandes großes Interesse an der Digitalisierung, aber auch starken Handlungsbedarf: „Die meisten Großhändler haben verstanden, dass die Digitalisierung unsere Wirtschaftsstufe massiv verändern wird. Doch nicht immer werden große Trends mit dem eigenen Geschäft in Verbindung gebracht. Wir werden unsere Mitgliedsunternehmen bei diesem Prozess mit Informationsangeboten begleiten und unterstützen. Viele Unternehmen verstehen die IT heute vor allem als Instrument für die eigenen Geschäftsprozesse, künftig jedoch wird hier immer stärker auch der Schlüssel für die Vernetzung von Lieferanten, Großhändlern und Kunden liegen. Unser Verbandstag heute steht daher auch im Zeichen der Digitalisierung und soll ein Startschuss sein – zum Austausch unserer Unternehmen mit Experten auf diesem Gebiet.“

Neben der Digitalisierung hat die Studie auch die Marktstrukturen des Großhandels in Bayern untersucht. Dabei kam heraus: Mit einem Umsatz von 135 Mrd. Euro ist der Großhandel die mit Abstand die umsatzstärkste Branche in Bayern, vor dem Einzelhandel (87 Mrd. Euro) und den Automobilherstellern (81 Mrd. Euro). Insgesamt tragen die Unternehmen mit 4,1% zur Bruttowertschöpfung bei. Insgesamt sind 220.000 Mitarbeiter in den bayerischen Großhandelsunternehmen beschäftigt.

Auch in der Relation zu anderen Bundesländern präsentiere sich der Großhandel in Bayern in guter Verfassung, so Hurtmanns: So zeigt sich in Bayern eine im bundesweiten Vergleich überproportional gute Umsatzentwicklung. Die Studie belege, dass man besser durch die Finanzkrise gekommen sei als die Unternehmen im restlichen Bundesgebiet. Für die positive Dynamik der Branche spreche, dass 44 Prozent der Großhändler erst in den letzten 20 Jahren gegründet wurden. Insgesamt lässt sich in der Branche aber auch ein Trend zur Konzentration ausmachen: Während die Zahl der Beschäftigten im bayerischen Großhandel innerhalb eines Jahrzehnts um 8 Prozent gestiegen ist, ging die Zahl der Unternehmen um 6 Prozent zurück. Ein weiterer Trend ist die voranschreitende Spezialisierung. Bereits heute bezeichnen sich 75 Prozent der Unternehmen als Spezialisten in ihrem Produktfeld. Bis zum Jahre 2020 wird sich dieser Trend verstärken.

LGAD-Hauptgeschäftsführer Frank Hurtmanns beschreibt die „Erfolgs-Gene“ des bayerischen Großhandels, die in der Studie gut zum Ausdruck kommen: „Der Großhandel ist stabil in seinen Erfolgsmustern, dynamisch in seiner Marktentwicklung und digital in der Zukunft“. Die Studie mache deutlich, wie erheblich der Großhandel zur Wirtschaftsleistung in Bayern beiträgt: „In 90 Prozent der Großhandelsunternehmen gibt es weniger als 10 Beschäftigte. Ungefähr eben so viele unserer Unternehmen, rund 90 Prozent, sind selbständig und inhabergeführt. Rund 70 Prozent der Unternehmen haben nur einen Standort. 45 Prozent der Großhändler sind vertrieblich vor allem in der eigenen Region aktiv. Vor dem Hintergrund dieser von kleinen und mittelgroßen Unternehmen geprägten Struktur finden unsere Unternehmen, deren Beitrag im Wirtschaftsleben eher im Hintergrund geleistet wird, oft weniger Beachtung als große Industrie- und Handelsunternehmen. Betrachtet man aber die Summe der von diesen Unternehmen erbrachten Wertschöpfung, so zeigt sich unsere Bedeutung. Wir sind ein unverzichtbares Zahnrad im Getriebe der bayerischen Wirtschaft. Für uns ist die Studie wichtig, um den Interessen unserer Wirtschaftsstufe Nachdruck zu verleihen.“


Gerne stellen wir Ihnen auf Anfrage auch die gesamte Studie zur Verfügung.
Besonders weisen wir darauf hin, dass die Studie auch Zahlen zur regionalen Verteilung und Entwicklung des Großhandels in Bayern bietet.


Ansprechpartner:
Ludwig Jungbauer                                                                            Agnes Skutella
Stv. Pressesprecher Bayerisches Wirtschaftsministerium            LGAD-Pressesprecherin
Tel. 089 / 2162 – 2612                                                                     Tel. 089 / 55 178 - 292
E-Mail: ludwig.jungbauer@stmwi.bayern.de                                   E-Mail: agnes.skutella@mbw-team.de;