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Konjunktur/Zahlen/Analyse

Konjunktur/Zahlen/Analysen/Studien

Die konjunkturelle Entwicklung im Groß- und Außenhandel in Bayern, Deutschland und auf den Weltmärkten unterliegt laufenden Veränderungen. Um Ihnen einen kompakten Überblick zu geben, stellen wir aktuelle Umfrageergebnisse, Statistiken und Marktdaten zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung zur Verfügung.

Aktuelles
Konjunkturbarometer Bayer. Groß- und Außenhandel
Konj.barometer Dt. Großhandel
Trends&Analysen Dt. Großhandel
Studie 2021 "Die zukünftige Systemrelevanz d. bayer. Großhandels"
Studie "Der Großhandel Bayern"
Barometer B2B Dienstleistungen
Veranstaltungen
  • 19.10.2018  Studie "Wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum"

    Detailliert beschreibt die aktuelle Studie unseres bayerischend Dachverbandes vbw, die alle Kommunen in Bayern analysiert hat, den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Entwicklung einer Gemeinde. Die wichtigste Erkenntnis: Wirtschaftlicher Erfolg in Kombination mit zusätzlichen Arbeitsplätzen sorgt für eine positive Bevölkerungsentwicklung.

  • 17.10.2018  EU-Beitritt war förderlich für den Handel mit Osteuropa

    Das ifo-Insitut in Dreseden veröffentlicht Zahlen zum Handel mit Osteuropa: Die Integration der Staaten Mittel- und Osteuropas in die Europäische Union hat sich positiv auf die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den Beitrittsländern ausgewirkt.

  • 05.09.2018  Ausbau der digitalen Netze in Bayern: vbw Studie zeigt deutliche Fortschritte

    Die regelmäßigen Studien der vbw zeigen: Während der Freistaat 2012 bei schnelleren Verbindungen noch spürbar unter deutschen Durchschnittswerten lag, schneidet er im Ländervergleich sowohl beim Ausbaustand als auch bei der Ausbaudynamik sehr gut ab.

  • 03.09.2018  Großhandel mit viel Schwung in die zweite Jahreshälfte

    Nach der Veröffentlichung der aktuellen Großhandelsumsätze zeigt sich: Der Großhandel ist im ersten Halbjahr 2018 um nominal 3,2 Prozent und real um 1,6 Prozent gewachsen.

  • 23.08.2018  Neue US-Strafzöllen gegen China

    Es ist die zweite Tranche von Strafzöllen gegen China, mit denen die USA im Alleingang gegen das internationale Handelsrecht verstoßen. Sie betrifft knapp 280 Produkte und reicht von Chemikalien bis hin zu Kunststofferzeugnissen.

Zweimal im Jahr befragt der LGAD Bayern in einer Online-Erhebung zusammen mit dem Bundesverband BGA seine Mitgliedsunternehmen nach deren Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage sowie den Erwartungen für die kommenden sechs Monate im bayerischen Groß- und Außenhandel.

Mit einem Umsatz von etwa 218,5 Milliarden Euro, 343.400 Beschäftigten und etwa 25.800 Unternehmen im Jahr 2017 ist der Großhandel in Bayern eine der wichtigsten Großhandelsregionen in Deutschland und somit wichtiger Partner für vor- und nachgelagerte Wirtschaftsstufen.

Der für Bayern von LGAD und BGA erstellte regionale Klimaindikator basiert auf der repräsentativen Umfrage bei den Unternehmen des Großhandels vom Juli 2021. Er spiegelt sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftserwartungen der Großhändler in Bayern. Werte über 100 stellen ein positives Stimmungsbild, Werte unter 100 Punkte ein negatives Stimmungsbild dar

Wir liefern damit einen wichtigen Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Bayern. Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage vom Dezember 2019 finden Sie nachfolgend zusammengefasst.

LGAD-Konjunkturbarometer Sommer 2021

 
 

Großhandels-Indikator: Deutliche Stimmungsaufhellung in Bayern

Der Großhandels-Klimaindikator in Bayern hat nach der Umfrage bei den bayerischen Großhändlern deutlich zugelegt. Mit einem Wert von 131,8 Punkten liegt er erstmals wieder seit Beginn der Corona-Pandemie im positiven Stimmungsbereich. Er verzeichnet eine Zunahme von 36,8 Punkten gegenüber der Umfrage zum Jahreswechsel 2020/21. Die Stimmung in Bayern ist damit auch deutlich positiver als im Bundesdurchschnitt, der bei 119,5 Punkten liegt. Die Erwartungen liegen aber unter der aktuellen Lagebewertung, was eine gewisse Vorsicht der Großhändler bei der Einschätzung der weiteren Entwicklung zum Ausdruck bringt.

Standarddatei

Die Stimmungsaufhellung ist insbesondere auf die wieder bessere Bewertung der aktuellen Geschäftslage zurückzuführen. Diese verzeichnet einen Anstieg um +40,8 Punkte gegenüber der Umfrage zum Jahreswechsel. Mit einem Wert von 141,7 Punkten liegt die aktuelle Lagebewertung deutlich im positiven Stimmungsbereich. Der Anstieg basiert im Wesentlichen auf den steigenden Auftragseingängen und einer gestiegenen Auslastung.

Die Erwartungen an die künftige Geschäftslage in Bayern verzeichnen eben-falls einen deutlichen Anstieg, der jedoch geringer ausfällt. Mit einem Zu-wachs von +30,8 Punkten liegt der Wert nun ebenfalls im positiven Bereich bei 121,9 Punkten. Ursächlich hierfür sind die Erwartungen an die weitere Auftragsentwicklung und eine wieder robuste Auslastung.

Auftragseingänge und Kapazitätsauslastung der Großhändler in Bayern verzeichnen einen kräftigen Anstieg seit dem massiven Einbruch im Frühjahr 2020. Die aktuellen Auftragseingänge werden mit einem Wert von 53 Punkten um +64 Punkte besser bewertet. Die Kapazitätsauslastung entwickelte sich ähnlich positiv und liegt mit einem Wert von 48 Punkten um 51 Punkte über dem Wert zum Jahreswechsel 2020/21.

Kapzitätsauslastung

Großhändler sehen in Rohstoffversorgung drängendes Risiko

Im Zuge der konjunkturellen Erholung steigen die Auftragseingänge und verbessert sich die Kapazitätsauslastung. Allerdings zeigen sich zugleich Signale zunehmender Knappheit bei Rohstoffen und Vorprodukten sowie steigender Preise. Die Rohstoffversorgung kann zu einem Risiko für die Erholung werden. Die Sicherheit in der Versorgung ist daher ein wichtiger Faktor für eine stetige und stabile Erholung.

Auf die Frage, wie Großhändler die Risiken aus Versorgungsschwierigkeiten mit Vorprodukten und Rohstoffen für ihr Unternehmen auf einer Skala von 1 – überhaupt kein Problem – bis 6 – starkes Problem – bewerten, zeigt sich im bayerischen Großhandel eine tendenziell große Besorgnis. Der Durchschnittswert von 4,2 - wie im Bundesdurchschnitt - unterstreicht die Risikoeinschätzung als ein drängendes Problem.

Nur 12 Prozent der Befragten – nur halb so viel wie im Bundesdurchschnitt - gaben konkret an, von Versorgungsengpässen in der Geschäftstätigkeit nicht eingeschränkt zu sein und bei den Übrigen war nur jedes sechste Unternehmen in seiner Geschäftstätigkeit kaum eingeschränkt. Bei fast drei Viertel der befragten Großhändler- deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt - machen sich aber die Auswirkungen, vielfach in einer verzögerten Abarbeitung der Aufträge, bemerkbar. Jedes zehnte Unternehmen musste sogar Aufträge ablehnen oder stornieren.

Ursächlich für diese Entwicklung sind nach Angaben von 78 Prozent der Befragten, dass benötigte Waren oder Rohstoffe den Unternehmen nicht geliefert werden konnten. Unverhältnismäßige Preissteigerungen machen dagegen 18 Prozent zu schaffen. 4 Prozent geben andere Probleme als Ursache, u. a. Hamsterkäufe, an.

Der BGA geht davon aus, dass sich die Versorgungsengpässe im Zuge der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie ebenso wieder entspannen werden wie die aktuell steigenden Preisen als marktwirtschaftliche Reaktion auf Knappheiten bei einzelnen Vorprodukten und Rohstoffen.


Schulden abbauen – Investitionen stärken – Strukturwandel gestalten

Die Großhändler in Bayern arbeiten sich allmählich aus dem Corona-bedingten, massiven wirtschaftlichen Einbruch. Allerdings bleibt die weitere Entwicklung volatil, auch wenn sich die Zuversicht auf eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung festigt.

Die bayerischen Großhändler stellen sich für die Zukunft auf eine Leben und Arbeiten mit Corona ein. Die Unternehmen rechneten bereits Anfang August mit der Rückkehr hoher Inzidenzwerte. Zwar geht wie im Bundesdurchschnitt jeder zehnte Unternehmer davon aus, dass dadurch ein weiterer Lockdown wahrscheinlich wird. 88 Prozent der befragten Großhändler - ebenfalls etwas mehr als im Bundesdurchschnitt - erwarten aber, dass es nun ohne Lockdown weitergehen muss

Inzidenz

Auch bei der Unternehmensfinanzierung entspannt sich die Lage. Finanzhilfen werden von 87 Prozent der befragten Großhändler – deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt - nicht bzw. nicht mehr benötigt. Nur 4 Prozent der Befragten stecken noch in der Krise, 9 Prozent sind aus dem Gröbsten raus, brauchen aber noch Hilfe. Dies sind deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt. Finanzhilfen bleiben somit auch für bayrische Großhändler vorübergehend noch erforderlich, auch wenn immer weniger diese benötigen.

Überbrückungshilfe

Die Großhändler in Bayern sprechen sich überdurchschnittlich stark dafür aus, im Zuge der Bewältigung der Corona-Krise wieder stärker auf marktwirtschaftliche Kräfte zu setzen. 90 Prozent lehnen staatliche Konjunkturprogramme ab. Für einen stärkeren Einfluss des Staates auf das Wirtschaftsgeschehen plädieren nur 10 Prozent der Befragten. Entsprechend plädiert der Großhandelsverband für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Damit verbunden ist aus Sicht der Großhändler in Bayern eine Rückkehr zu ausgeglichenen Haushalten ohne neue Schulden. 8 Prozent der Befragten unterstützen Überlegungen, die Schuldenbremse ganz abschaffen. Aber fast 60 Prozent – weniger als im Bundesdurchschnitt - wollen dagegen an der Schuldenbremse festhalten und zu ausgeglichenen Haushalten zurückkehren, Neue Schulden können sich – nahezu wie im Bundesdurchschnitt – 33 Prozent vorstellen, wenn dafür mehr investiert wird. Die Großhändler bringen damit zum Ausdruck, dass auch bei Einhaltung der Schuldenbremse die Modernisierung in Deutschland fortgesetzt werden muss.

Schuldenbremse

Breite Übereinstimmung unter den bayerischen Großhändlern besteht darin, dass zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen prioritär auf die Stärkung der Wachstumskräfte gesetzt werden muss. Hierfür sprechen sich 76 Prozent der Großhändler – 5 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt aus. Und wie im Bundesdurchschnitt halten 20 Prozent Einsparungen in den öffentlichen Haushalten für erforderlich. Steuererhöhungen und neue Schulden finden dagegen kaum Zuspruch bei den bayerischen Großhändlern.

Sozialpolitisch sind die nachhaltige Sicherung der Beitragsstabilität von unter 40 Prozent für 64 Prozent der befragten Großhändler und die ausreichende Verfügbarkeit von Fachkräften für 60 Prozent– in umgekehrtem Verhältnis zum Bundesdurchschnitt - prioritär. Eine Flexibilisierung der Arbeitszeit hat für etwas mehr als jeden dritte Unternehmer hohen Stellenwert. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters findet dagegen – deutlich unter dem Bundesdurchschnitt - mit 11 Prozent der Befragten am wenigsten Unterstützung.

Herausforderungen
Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sind auch bei den Unternehmen im Großhandel in Bayern Themen, die immer stärker in den Blickwinkel rücken. Nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern zur Verschärfung der Anforderungen sehen aktuell 11 Prozent der befragten Großhändler keinen Handlungsbedarf – etwa halb so viel wie im Bundesdurchschnitt.

Die übrigen Unternehmen befassen sich bereits mit konkreten Maßnahmen. 24 Prozent der befragten Unternehmen – geringfügig mehr als im Bundesdurchschnitt - planen, verstärkt Investitionen in ressourcenschonende Technologien und die Modernisierung von Verwaltungs- und Lagergebäuden. 55 Prozent – 11 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt wollen zur Optimierung in die Digitalisierung von Prozessen in Administration, Beschaffung und Vertrieb investieren. Eine Umstellung ihrer Fahrzeugflotte auf Elektrofahrzeuge oder andere emissionsarme Fahrzeuge beabsichtigen 10 Prozent der Unternehmen.
Staat

Wie die Politik zur weiteren CO2-Reduktion handeln soll, wird von den Unternehmen differenziert betrachtet: Jeweils fast ein Drittel der befragten Unternehmer sind der Auffassung, dass die jüngst beschlossenen Maßnahmen erst einmal wirken müssen, das Steuerrecht stärker ökologisch ausgerichtet werden sollte oder mehr auf marktwirtschaftliche Lösungen gesetzt werden soll.

Der Großhandelsverband leitet hieraus ab, dass die Unternehmen von der Politik bei den anstehenden Weichenstellungen mitgenommen werden müssen. Wichtig ist dabei, die Effizienz und Effektivität der beschlossenen und eventuellen weiteren Maßnahmen zu betrachten und entsprechend der grundsätzlichen Schwerpunktsetzung der Großhändler auch in der Umwelt- und Klimaschutzpolitik stärker auf marktwirtschaftliche Lösungen zu setzen. Dies schließt finanz- und steuerpolitisch die Förderung von Investitionen in umwelt- und klimaschützende Maßnahmen, insbesondere bei Mobilität und im Wohnungswesen, ein.

BGA Konjunkturbarometer Großhandel Deutschland

Mit dem BGA-Konjunkturbarometer Großhandel informieren wir Sie über die aktuellen Zahlen aus dem deutschen Produktionsverbindungs- und Konsumgüterhandel. Weiterhin finden Sie Statistiken über allgemeine Wirtschaftszahlen, das Konsumklima, Preisniveau, Produktionsindizes, Auftragseingänge, Arbeitsmarkt- und  Beschäftigungssituation, u.v.m.

2021
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012

In den halbjährlichen Ausgaben von „Trends & Analysen“ bewertet der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) die wirtschaftliche Entwicklung im deutschen Großhandel. Behandelt werden die Entwicklung der Umsätze, der Verkaufspreise, der Investitionstätigkeit und der Beschäftigungsituation – ergänzt um Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung in den internationalen Wirtschaftsräumen. Die jeweils aktuelle Ausgabe ist für Mitglieder gebührenfrei im Mitgliederbereich abrufbar. Nichtmitglieder können diese gegen eine Schutzgebühr erwerben.

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In unserer hochspezialisierten arbeitseiligen Volkswirtschaft ist der in über 70 Branchen tätige Großhandel eine wichtige Drehscheibe im Warenverkehr. Als Intermediär mit tiefem und breitem Produktangebot – ergänzt um Dienstleistungen und Services – verknüpft er Hersteller- und Abnehmerseite im B2B-Geschäft.

Die heutige Stellung im Markt gilt es zu hinterfragen und die künftigen Chancen und Risiken für den Großhandel vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Digitalisierung zu beleuchten.

Deshalb haben wir gemeinsam mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) und mit Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie die IW Consult GmbH mit einer Studie beauftragt, die die heutige und künftige Bedeutung des Großhandels als Wirtschaftsstufe analysieren und Handlungsoptionen aufzeigen soll. Dabei geht es insbesondere darum, die Auswirkungen des digitalen Wandels und die zunehmende Bedeutung der Plattformökonomie zu berücksichtigen.

Studiendesign

Auf Basis der vorhandenen Sekundärstatistik wurden die Leistungsdaten der Wirtschaftsakteure analysiert. In einer weiterführenden Analyse erfolgte eine repräsentative Umfrage bei Unternehmen aller Wirtschaftsstufen sowie eine gesonderte Befragung bei Großhandelsunternehmen. Relevante Fragestellungen wurden durch Experteninterviews ergänzt. Dabei stand die Bedeutung der Funktionen des Großhandels im Vordergrund.

Studienergebnisse

Der Großhandel ist heute systemrelevant und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Gut 20 Prozent aller Vorleistungen werden über ihn beschafft oder abgesetzt. Selbst mittelständisch geprägt ist er stabiler Beschaffungs- und Absatzkanal insbesondere für die vielen Mittelständler in unserer Wirtschaft. Im letzten Jahrzehnt konnte er seine Produktivität erheblich steigern, hat hoch qualifiziertes Personal und ist in nahezu allen städtischen und ländlichen Regionen vertreten.

Ein Fortschreiben dieser Erfolgsstory wird aber nicht selbstverständlich sein. Viele Großhändler sehen ihre künftige Bedeutung kritischer als die anderen Marktteilnehmer und sind daher verunsichert. Auf Basis der Trends und Treiber des stattfindenden digitalen Wandels werden mögliche Zukunftsszenarien beschrieben und Handlungsoptionen aufgezeigt. Die Chancen und Risiken in der Ein- bzw. Ausschaltung des Großhandels für die beschaffenden und absetzenden Unternehmen werden erstmals in einer Studie qualitativ dargestellt.

Lösungen und Chancen

Für die Unternehmen unserer Wirtschaftsstufe gilt es, sich stärker auf die eigenen Stärken zu besinnen und dabei die Trends und Treiber des Strukturwandels konsequent zu nutzen. Absatz- und Beschaffungskanäle sind weiter zu digitalisieren sowie Prozesse und Integration in digitalisierte Wertschöpfungsketten zu optimieren. Nur so kann es gelingen, sich der Gefährdung durch dominante Plattformriesen, sog. Market-Maker, zu entziehen.

Die Erweiterung des Produktangebotes durch eigenständige Dienstleistungen und Services zu einem kundenindividuellen Lösungspaket bietet weitere Chancen für die Großhändler. Das kann als wichtiger Differenzierungsfaktor bzw. USP gengenüber dem Wettbewerb auch zur Erschließung neuer Wachstumsmöglichkeiten beitragen. Lieferanten und Kunden des Großhandels müssen jedoch von dem Nutzen überzeugt werden.

Fazit

Bemerkenswerterweise wird in den Befragungsergebnissen eine signifikante Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdeinschätzung der Bedeutung der Großhandelsfunktionen sichtbar. Damit wird einmal mehr die Problematik der mangelnden Wahrnehmung dieser Wirtschaftsstufe in der Öffentlichkeit deutlich.

Für uns als Vertretung der Interessen unserer Großhändler ist es sehr wichtig, einen internen und externen Diskussionsprozess in Gang zu bringen, um die Systemnotwendigkeit des Großhandels zu verdeutlichen. Auch die Politik und deren Entscheidungsverantwortliche sind gefragt, die Notwendigkeit dieser Wirtschaftsstufe vor allem auch zum Erhalt einer mittelständisch geprägten Wirtschaftsstruktur in ihren Entscheidungen zu beachten.

Letztendlich sind alle Wirtschaftsakteure in ihrem täglichen Handeln gefordert, unsere gut funktionierende Wirtschaftsstruktur zu unterstützen, um nicht am Ende ähnliche Strukturverwerfungen wie im Einzelhandel den Weg zu bereiten.

Unser Dank gilt allen, die zu den Studienergebnissen beigetragen haben, insbesondere der IW Consult GmbH für die Durchführung, dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie für die Förderung sowie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft für die Beteiligung an der Studie.

Wir wünschen Ihnen viele nutzbringende Erkenntnisse beim Lesen der Studie.

Die Studie "Der Großhandel in Bayern - Marktstruktur und Digitalisierung" ist ein Gutachten des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, initiert vom LGAD Bayern e.V. und durchgeführt von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS

Groß- und Außenhandel in Bayern – Drehscheibe der Wirtschaft

Die Markt- und Strukturdaten der Wirtschaftsstufe Groß- und Außenhandel in Bayern wieder auf einen aktuellen Kenntnisstand zu bringen, war ein Ziel der von uns initiierten Studie „Der Großhandel in Bayern – Marktstrukturen und Digitalisierung“. Nur mit einer fundierten Datenbasis können wir die enorme Bedeutung unserer Wirtschaftsstufe innerhalb der internationalen Wertschöpfungsketten für uns selbst, aber auch in der Öffentlichkeit bewusst machen.

Als intermediärer Handel ist unsere Wirtschaftsstufe integraler Bestandteil unternehmens- und regionenübergreifender Wertschöpfungsketten. Mittelständisch geprägt versorgen unsere Unternehmen in einem engmaschig geknüpften und flexiblen Netz unsere hochentwickelte Volkswirtschaft mit Waren und Dienstleistungen und sind so Garant für die hohe Leistungsfähigkeit des Mittelstands. Sie sichern damit die Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Handwerk und sorgen über den Einzelhandel für Versorgungsvielfalt und -sicherheit beim Endkunden und Konsumenten.

Die Geschäftsmodelle der Wirtschaftsstufe Groß- und Außenhandel erfüllen von jeher eine wichtige und unver-zichtbare Funktion und passen sich laufend sich verändernden Märkten und Marktsituationen an.

Die Ergebnisse der Studie liegen nun vor und die zentralen Aussagen belegen, der Großhandel ist stabil in seinen Erfolgsmustern, dynamisch in der Marktentwicklung und digital in der Zukunft. Neue digitale Technologien und digitalisierte Prozesse werden die Arbeits- und Wertschöpfungsprozesse sowie das Leistungsprofil des Groß- und Außenhandels zum Teil grundlegend verändern und werden somit zu wichtigen Erfolgsfaktoren im harten Wettbewerb. Damit stellt die Digitalisierung der Arbeitswelt eine Herausforderung für uns dar, die es anzunehmen gilt.

Stellen wir uns also auf diese Veränderungen ein. Die vorliegenden Studienergebnisse und neuen Erkenntnisse sollen dabei Orientierung und Unterstützung geben, um unsere Unternehmen weiter fit für die Zukunft zu machen! Unser Dank gilt dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie für die Förderung der Studie sowie dem Fraunhofer Institut für die gelungene Arbeit. Denn ein gut aufgestellter Groß- und Außenhandel ist und bleibt ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten bayerischen Wirtschaft.

Beiliegend finden Sie die 2. aktualisierte und erweiterte Ausgabe des Gutachtens (Stand Februar 2016)

BGA Konjunkturbarometer B2B Dienstleistungen

Der Konjunkturbarometer zu B2B Dienstleistungen des Bundesverbandes BGA erscheint  2-3 Mal jährlich.

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