Landesverband Groß-­ und Außenhandel,
Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

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US-Autozölle würden Deutschland fünf Milliarden Euro kosten

24.05.2018

„Präsident Trumps Anweisung, Importzölle auf Autos, Lkw und Autoteile zu prüfen, ist ein weiterer Tiefschlag in den transatlantischen Handelsbeziehungen, erklärt Dr. Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Auch das ifo-Institut meldet sich zu Wort:

US-Autozölle wären für Deutschland teuer. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (Preise 2014) würde um etwa 5,0 Milliarden Euro niedriger liegen als im Status Quo, das sind 0,16 Prozent des deutschen BIP, wie das ifo Institut berechnet hat. „Kein Land hätte höhere absolute Verluste durch einen solchen Zoll zu befürchten als Deutschland“, sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenhandel.


BGA-Präsident Dr. Bingmann: "Diese Zölle würden der deutschen Wirtschaft ebenso schaden wie den amerikanischen Verbrauchern. Zudem wird damit erneut Sand in das Getriebe der globalen Wertschöpfungsketten gestreut. Es ist mir völlig schleierhaft, wie man darauf kommt, dass die Einfuhr von Autos die nationale Sicherheit gefährden könne. Eine objektive Betrachtung der Fakten lässt dies jedenfalls nicht zu.
„Auch wenn es angesichts der immer neuen Provokationen nicht leicht fällt, sollte die EU jetzt einen kühlen Kopf behalten und sich nicht eine Politik aufzwingen lassen, die wir gar nicht wollen. Umso mehr begrüßen wir auch die aktuellen Gespräche der Bundeskanzlerin mit Peking für einen besseren Marktzugang für deutsche Firmen.“


ifo: Für die Simulationen wurde das ifo-Handelsmodell eingesetzt. „Die Effekte der ab 1. Juli vermutlich geltenden Zölle auf Aluminium- und Stahlprodukte sind mit etwa 40 Millionen Euro dagegen vergleichsweise vernachlässigbar“, sagt Felbermayr.

In der EU wären kleinere Zulieferländer in Europa, allen voran Ungarn, relativ zur Wirtschaftsleistung am stärksten von den Zöllen betroffen. Mexiko und Kanada müssten bei US-Autozöllen Einbußen von 3,7 bzw. 3,2 Milliarden Euro hinnehmen, das sind 0,39 Prozent und 0,23 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistungen. Auch Japan und Korea, ebenfalls wichtige Auto-Exporteure in die USA, kämen auf Verluste von 4,3 und 2,3 Milliarden Euro (Länder-Tabelle im Anhang).

Die USA hingegen könnten ihre preisbereinigte Wirtschaftsleistung durch Autozölle um 5,7 Milliarden Euro erhöhen. Dahinter verbergen sich starke Verteilungseffekte. Die amerikanischen Autokäufer müssten mit circa 20 Prozent höheren Preisen für Import-Autos rechnen. In den USA produzierende Auto-Hersteller (darunter auch BMW, Daimler und Volkswagen) würden unter höheren Produktionskosten leiden, könnten aber höhere Preise durchsetzen. Der US-Staat würde Zoll-Einnahmen in der Höhe von mehreren Dutzend Milliarden Euro erhalten.
US-Präsident Donald Trump hat am 23. Mai seinen Handelsminister beauftragt, zu prüfen, ob die Sicherheit Amerikas durch Importe von Autos beeinträchtigt sei, und gegebenenfalls die Erhöhung der US-Importzöllen um 25 Prozent-Punkte (von 2,5 Prozent auf 27,5 Prozent) angekündigt. Die Importe der USA von Autos und Autoteilen beliefen sich im Jahr 2017 auf 360 Miliarden US-Dollar.


Quellen:

BGA-Pressemitteilung, Berlin, 24. Mai 2018
Ansprechpartner: André Schwarz, Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V.
Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin, Telefon: 030/ 59 00 99 520, Telefax: 030/ 59 00 99 529

und

ifo-Außenwirtschaftszentrum: Leiter Prof. Gabriel Felbermayr Ph.D., 089/ 9224 1428; Felbermayr@ifo.de


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