Landesverband Groß-­ und Außenhandel,
Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

Landesverband Groß-­ und Außenhandel, Vertrieb und Dienstleistungen Bayern e.V.

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Bayerischer Groß- und Außenhandel gegen Abschottung, für fairen Handel und eine erneuerte Europäische Union

09.07.2017

Unter dem Motto „Frei Handeln – Frei Denken“ diskutieren heute Groß- und Außenhändler aus ganz Bayern auf dem LGAD-Verbandstag in München. Mit Blick auf weltweite protektionistische Tendenzen fordern die Unternehmer das Festhalten an freien Märkten und fairen Wettbewerb für sicheren Wohlstand in Deutschland und der Welt.

Der Präsident des Landesverbandes Christoph Leicher machte deutlich, dass der Freistaat Bayern auf eine starke Export- und Importwirtschaft angewiesen ist. Bayerische Unternehmen seien eng verwoben mit Geschäftspartnern in aller Welt und damit abhängig von ausländischen Märkten, allen voran von den USA. Leicher betonte, dass die Vereinigten Staaten mit 20 Milliarden Euro der größte Exportmarkt für Bayern sind. „An diesen Beziehungen hängen Arbeitsplätze. Deshalb sehe ich es als eine zentrale Aufgabe, für offene Märkte zu kämpfen“, so Leicher.

Als Gastredner unterstrich Wirtschaftsstaatssekretär Franz Pschierer, dass bei der ganzen Diskussion um Freihandel und Globalisierung, sachliche Argumente in der Öffentlichkeit viel zu selten gehört werden. „Das haben wir unlängst wieder bei den Demonstrationen gegen CETA gesehen“, so Pschierer. Pschierer erinnerte daran, dass die Staatsregierung trotz heftigem Gegenwind am guten und ausgewogenen Freihandelsabkommen mit Kanada festhalte. „Freihandel lohnt sich für beide Seiten. Das Beispiel Kanada zeigt, dass es Länder gibt, die sich von protektionistischen Tendenzen nicht anstecken lassen. Wir haben in den Verhandlungen um CETA viel erreicht. Das soll uns als Blaupause für weitere Abkommen dienen.“

Ein zentrales Thema auf dem Verbandstag des bayerischen Groß- und Außenhandels ist auch die Zukunft der EU und die wirtschaftliche Entwicklung in Europa. LGAD-Präsident Leicher sprach vor allem die immer wiederkehrende Forderung an, Deutschland solle seine Exporte zurückfahren, damit andere europäische Partner wettbewerbsfähiger werden. „Muss sich ein Schüler, der im Zeugnis Einsen stehen hat, deshalb von anderen Schülern beschimpfen lassen und mit Absicht schlechtere Noten schreiben“, so Leicher und weiter: „Staatliche Eingriffe – egal in welchem Land – lehnen wir klar ab“. Darauf geht auch eine aktuelle Studie der bayerischen Wirtschaft ein, die besagt, dass unsere europäischen Handelspartner durch Importe nach Deutschland 4,8 Mio. Arbeitsplätze in deren Ländern sichern

Auch der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, sprach auf der Veranstaltung und mahnte eine Reform der Institutionen in Europa an. „Die EU muss sich erneuern, sonst wird es beim Brexit allein nicht bleiben“, so Börner. Statt zu verwalten, zu verordnen, müsse die EU dem Bürger und dem Unternehmer stärker dienen und wieder Vertrauen gewinnen. „Wenn es darum geht, in Brüssel für mehr Wettbewerb und Wachstum einzutreten, erheben wir als BGA für unsere Wirtschaftsstufe die Stimme“, so Börner.

LGAD-Präsident Leicher fasste die Entwicklungen zusammen: „Seit zwölf Monaten erleben wir in Europa und weltweit ein Wechselbad der Gefühle. Von der Brexit-Abstimmung bis zur Trump-Wahl hat uns vieles überrascht und verunsichert. Diesen Zustand gilt es zu überwinden. Der Handel braucht Freiraum in einem geordneten Rahmen. In diesem Sinne lassen Sie uns „Frei Handeln und Frei Denken“.


Hintergrundinfo:
Zum Groß- und Außenhandel gehören bayernweit insgesamt rund 29.000 Unternehmen mit über 260.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mehr als 137 Milliarden Euro.

Ansprechpartner:
Alexander Tauscher, LGAD-Pressesprecher, Tel. 089/55178-381
E-Mail: alexander.tauscher@mbw-team.de, http://www.mbw-team.de